TPS-SYSTEM
In einem sogenannten TPS System ( Tracking Paint Supply) wird in die für Sonderfarben vorgesehene Leitung nur die Lackmenge eingefüllt (mit einer gewissen Reserve), die an den zu versorgenden Abnahmestellen benötigt wird. Nach der Befüllung mit dieser Menge wird ein Molch hinter dieser Lackmenge hergeschickt. Er wird vorzugsweise mit Druckluft beaufschlagt und schiebt die Lackmenge auch über längere Strecken zu den Abnahmestellen.
Bei Bedarf kann die Sonderlackleitung mit speziellen Ventilen segmentiert werden, um in Reihe angeordnete Abnahmestellen nacheinander anzufahren. Auf diese Weise folgt der in der Sonderlackleitung vorgeschobene Lack dem zu lackierenden Werkstück in der Lackierlinie (Tracking). Nachdem das Werkstück an der letzten Abnahmestelle fertig lackiert worden ist, ist die Lackmenge in der TPS-Leitung bis auf einen minimalen Rest verbraucht.
Dieser Rest kann, je nach Menge oder Verwertbarkeit, entweder in den Vorratsbehälter zurückgeführt oder entsorgt werden. Anschließend wird die Leitung gespült.
Ein TPS-System ist dann zweckmäßig, wenn die zu befüllende Leitung relativ lang ist und ihr Volumen viel größer ist als die zur Verfügung stehende Lackmenge.
In der nachfolgenden Animation haben wir ein einfaches TPS-System dargestellt. Es ist deshalb einfach, weil wir nur einen Dosierzylinder für kleine Farbversorgungen dargestellt haben. Komplexe Systeme bestehen aus einer Mischung von High-, Medium-, Lowrunner und Krawattenfarben. Über eine Farbwechsellogik (Matrix-Farbwechsler) können alle Typen von Farbversorgungen angeschlossen werden, sodass ein Mix aus Standardfarbversorgung, Easypig, TPS, 1000L IBC, Birnen, 25KG Hobbocks, Dosierzylinder etc. alles über einen Farbwechsler gefahren werden kann:
Zum besseren Verständnis wann TPS-Systeme benötigt werden einige Beispiele:
Sie benötigen, um ein Teil zu lackieren, 1Liter Lack am Zerstäuber. Der Lack/Farbton wird nur einmalig und danach gar nicht mehr benötigt (Krawattenfarbe/Tie-color). Sie möchten/müssen weiterhin Ihre vorhandenes Lack-Dosiersystem benutzen.
Stellen Sie sich folgende Szenarien vor:
- Zwischen Farbversorgungsraum und Roboter wird eine Lack-Leitungslänge von 100Meter benötigt mit Innendurchmesser von 12mm. Um diese Leitung zu füllen, brauchen sie ca. 11,3Liter Lack. Mit dem 1Liter zum lackieren würden Sie 12,3Liter Lack benötigen. Beim TPS System füllen Sie nur den 1Liter in die Leitung. Bei langen Lackleitungen spielt übrigens nicht nur die Lackfüllmenge eine Rolle. Je länger eine Lackleitung ist, desto höher sind die Druckverluste wenn diese komplett befüllt werden muss. Der Leitungsdurchmesser wird größer dimensioniert um die Druckverluste zu reduzieren, Sie brauchen noch mehr Lack um die größeren Leitungen zu befüllen…. ein Teufelskreis. Abhängig von den Lackviskositäten ist recht bald ein Punkt erreicht, bei dem Sie dann nicht mehr den Leitungsinhalt zurück molchen können (EasyPig-System). Der benötigte Druck ist zu hoch um die Lacksäule mit dem Molch zurück in den Farbmischraum zu drücken. Beim TPS-System haben Sie weiterhin nur den 1Liter und die Druckverluste nur für diesen 1Liter. Im Prinzip heißt dass: Die Entfernung zwischen Lackversorgung und Roboter spielt beim TPS-System keine Rolle.
- Sie möchten nicht mehr als 1Liter Lack kaufen, oder, wenn Sie selbst Ihren Farbton mischen, mehr als einen Liter Lack anmischen. Ihr Kunde bezahlt die 11,3Liter Lack und deren Entsorgungskosten einfach nicht.
- Der Lack ist extrem teuer, selten oder schwer zu beschaffen, jeder Milliliter zählt. Sie wissen noch nicht genau ob ein Liter ausreicht oder sie wollen/müssen noch ein paar Muster vorab lackieren. Beim Doppelmolch-TPS wird die nicht verbrauchte Menge für die Muster wieder zurückgewonnen und kann dann für die eigentliche Lackierung verwendet werden. (In der Animation auf dieser Seite ist ein TPS-Einzelmolchsystem gezeigt)
Auf diese Weise können einzelne Werkstücke mit einem Sonderfarbton in einer langen Lackierlinie, auch mit vielen Abnahmestellen, effektiv, mit einer nur geringen einzufüllenden Lackmenge, wirtschaftlich lackiert werden.
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